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Angedacht

Angedacht

Es gibt zwei gute Nachrichten:

  1. Gott existiert!
  2. Du bist es nicht!

Über diese Sätze aus dem Kalender „Der andere Advent“ denke ich immer mal wieder nach.
Gott existiert. Natürlich stimme ich dem Satz zu, auch wenn ich das Gefühl habe, dass die Luft um ihn herum dünn geworden ist. Kein Wunder, wir dürfen ihm zur Ehre nicht mehr singen, wir dürfen ihn nur in kleinen Gruppen gemeinsam loben und wir spüren ihn nicht so richtig. Es bleibt alles irgendwie grau, es gibt keinen Lichtblick, oder doch?
Gott hat sich verausgabt in letzter Zeit. Ständig musste er Atmen teilen. Immer wieder haben ihn Menschen angerufen und angefleht, ihnen Atmen zu schenken. Noch immer kämpfen viel zu viele Menschen auf Intensivstationen auf der ganzen Welt um ihr Leben.
Gott hat getan, was er konnte. Jetzt braucht er uns. Jetzt wartet er auf frische Luft von uns, seinen Menschen, seinen Bundespartnern. Er wartet auf Gebete, Freude, Dank und Mitarbeit. Wenn das über lange Zeit ausbleibt, dann wird es eng mit Gottes Atem.
Er ist der Schöpfer, ja, so glauben wir es. Aber er ist nicht unerschöpflich. Noch ist die Schöpfung unvollendet, noch leben wir nicht im Paradies. Und die Schöpfung ist auch nicht nur gut. Da gibt es Zellen, die wachsen und sich verändern. Er ist das Wort, ja, aber ich habe ihn auch schon sprachlos angetroffen und müde. Ein atemloser, erschöpfter und sprachloser Gott? Kann ich das glauben? Vielleicht wartet auch er auf das Licht von denen, die das Licht der Welt sein sollten?
Gott braucht uns als Gegenüber. Er braucht uns nicht nur als Empfangende, sondern auch als Gebende.
Gott ist Mensch geworden, damit der Mensch menschlicher wird, sagt der Theologe Eberhard Jüngel.
Wir sind nicht Gott. Wir haben nicht alles in der Hand. Unsere Bedeutung wächst nicht ständig. Gott erhält die Welt, nicht wir. Gott wirkt in Liebe. Er leidet mit, wenn wir leiden. Er wischt uns die Tränen ab.
Gott existiert und wir sind nicht Gott. Wir schaffen das alles nicht ohne Gott.
Gott ist auch im letzten Jahr wieder zu den Menschen aufgebrochen und hat sie besucht.
Wir haben Weihnachten gefeiert und sind noch in der Weihnachtszeit. Um zu uns zu kommen, hat seine Luft noch gereicht. Die Lungen eines Babys sind klein. Wir haben Gott eingelassen in unsere Zimmer. Für einen Moment konnte die Luft geteilt werden mit allen, die sie brauchten und wir rechnen weiter mit Gott, der uns atmen lässt, tröstet und heilt.

Herzlich grüßt Sie Ihre Pfarrerin Christiane Rau